Mit den Zero-Waste-Rezepten von “Die ganze Pflanze” nichts Essbares mehr verschwenden.

Schale, Kern und Strunk landen beim Kochen gern im Bio-Müll. Das müssen sie aber nicht unbedingt. Susann Kreihe zeigt in ihrem Kochbuch “Die ganze Pflanze“, wie das ganzheitliche Zubereiten von Gemüse und Obst gelingt.

Einen Tag zu lange gewartet und die Himbeeren sind von einer pelzigen Schimmelschicht überzogen, die Wurst hat einen fragwürdigen Gelbstich – ab damit in die Tonne. 80 Kilogramm Lebensmittel schmeißt jeder Deutsche jährlich ungegessen in den Müll. Schaut man aufs ganze Land, sind es laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft rund 12 Millionen Tonnen. Es heißt, jedes achte Produkt wird weggeschmissen.

Kreihe ist ausgebildete Köchin. Sie arbeitete unter anderem bei “Table d’Or” als Johann Lafers Assistentin und im Team diverser ZDF-Kochshows wie “Lanz kocht” und “Die Küchenschlacht”. Seit 2009 ist sie freie Rezeptautorin und Foodstylistin. In “Die ganze Pflanze” konzentriert sich Kreihe auf alltagstaugliche Gerichte und Pflanzen, die auch im eigenen Garten gezogen werden können oder regional produziert werden. 

Außerdem gibt sie einen Einblick in die Zahlen und Fakten zur Lebensmittelverschwendung, Tipps zum klimafreundlichen Kochen und Alternativen zum Supermarkt. Der Bio-Faktor spielt bei Kreihes Ansatz eine wesentliche Rolle. Konventionell angebautes Gemüse und Obst aus dem Supermarkt eigne sich nicht für die ganzheitliche Zubereitung. In Bio-Produkten sei das Risiko von Pestizidrückständen geringer. Aber nicht nur auf die Herkunft der Produkte muss geachtet werden.

Kohlrabiblätter-Wraps
Diese Mini-Wraps werden mit Kohlrabiblättern gewickelt und gefüllt mit einer Mixtur aus Apfel, Karotte und Bohnencreme. © Amalija Andersone / “Die ganze Pflanze”/ Christian Verlag

Zum bewussten Umgang mit der Pflanze gehört auch die Auseinandersetzung mit ihr. So rät beispielsweise das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zur Vorsicht, wenn es um den restlosen Verzehr von Pflanzen geht. Das Problem: Pflanzenteile, die in der Küche eher selten verkocht werden, werden oftmals gar nicht oder kaum untersucht. Ob der Verzehr gesundheitliche Auswirkungen haben könnte, welche Rückstände zum Beispiel von Pflanzenschutzmitteln sich in ihnen finden, ist wenig erforscht.